Pater Gedeminas Numgaudis: “Manchmal denke ich, dass Christen sich wie Kuckucke verhalten“

Опубликовано в Unser Rabbi Spricht

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Pater Gedeminas Numgaudis ist ein Klostervorsteher einem litauischen Kloster. Er ist ein Franziskaner und ein Freund der JMGK. Bereits seit einigen Jahren beschäftigt er sich mit dem messianischen Dienst an Juden, studiert darüber und versucht die Frage der geistlichen Rolle der Juden und deren Errettung zu verstehen.

Wir haben ihn gefragt, warum er sich für solch ein unpopuläres Thema im Katholizismus interessiert. Warum sind Treffen mit messianischen Juden, Teilnahme an pastoralen und gewöhnlichen Gebetskonferenzen und gemeinsamer Dienst für ihn so wichtig?

Er antwortete:

- Weil mich schon seit geraumer Zeit die Frage beschäftigt - wo bleiben die Juden? Warum sieht man sie nicht mehr in den Kirchen? Früher waren sie dort sehr zahlreich. Und wenn ich die Bibel lese, dann sehe ich dort, dass Gott verheißen hat sie zurück zu bringen und die abgebrochenen Äste wieder einwachsen zu lassen. Und ich glaube fest an diesem Traum Gottes, diesen Wunsch Gottes, Seinen Willen. Ich glaube fest daran das es in Erfüllung gehen wird und bete, dass dies schon bald geschieht.

Für mich sind die Treffen mit meinen Brüdern - den messianischen Juden- sehr kostbar. Und ich bitte den Herrn darum, dass Er mich und mein Volk annimmt als wären wir sein eigenes Volk, dass Er uns verzeiht. Weil manchmal denke ich, dass die Christen sich wie Kuckucke verhalten - sie haben den eigenen Bruder, den jüdischen kleinen Vogelbruder aus dem Nest rausgeworfen.

Und ich wünsche mir sehr, dass die Kirche schneller zugibt, dass eine Sünde stattgefunden hat, ein Verbrechen, und dass sie dafür Gott um Verzeihung bittet und sich mit den Juden wieder versöhnt.

Ich sehne mich nach diesem Wunder und glaube fest daran, dass Gott sich das auch wünscht. Ich bete darum und versuche wahrzunehmen was Gottes Wille dafür in diesem Moment der Zeit ist.

Während den Treffen mit den messianischen Juden und gemeinsamen Gottesdiensten entdecke ich immer wieder Neues für mich. Zum Beispiel lerne ich Gott zu preisen. Seit ein paar Jahren erzähle ich den litauischen Kollegen, dass man Gott auch anders loben kann als wie es in katholischem litauischen Gottesdienst üblich ist. Das man auch seine Freude aktiv ausdrücken kann, lebendig, weil wir verstehen dann, dass wir uns vor unserem Retter und König freuen, der gerade jetzt unter uns ist, genau wie Er das auch versprochen hat.

Natürlich werde ich von manchen litauischen katholischen Priestern kritisiert, sie sagen, dass ich mich zu viel mit den Juden engagiert habe und zu viele “fremde“ Arten mit Gott zu kommunizieren angenommen habe. Das seien ihrer Meinung nach nur Emotionen. Aber das ist doch biblisch! Wenn wir die Psalmen lesen, steht dort “freut euch vor dem Herrn!“, und während der Liturgie lesen wir die Lobpreislieder wie einen traurigen Text vor. Aber wo bleibt dann die Freude?

Es ist also so, dass wir die Heilige Schrift nicht erfüllen. Wir leben diese Schrift nicht die wir aussprechen. Also ist es so, dass man die Freude nicht vor Gott äußerlich aussprechen dürfe, so wie wir es in unserem Leben tun. Warum sollen wir denn die ganze Zeit eine ernste Miene tragen, unsere Emotionen und ehrliche Freude verstecken? Mich erinnert das an eine Art religiöse Schizophrenie.

Und ich empfinde mehr Mut mehr darüber sprechen vor Gläubigen bei mir zu Hause.

Auszüge aus dem internationalen Pastoren Retreat von JMGK 2017. 

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