Jobst Bittner: "Jedes Mal wenn wir antisemitische Handlungen oder Aussagen treffen, schlagen wir unseren Himmlischen Vater ins Gesicht!"

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JB2018

Antisemitismus ist ein großes Problem unserer Zeit. In vielen Ländern der Welt - Frankreich, Deutschland, Polen und auch in der Ukraine verbirgt sich der Antisemitismus hinter der allgemeinen Kritik an Israel. Gottes Wort sagt aber deutlich, dass am Ende der Zeit die Völker anhand dessen verurteilt werden wie sie mit Israel umgegangen sind. Derjenige der Israel segnet, der wird gesegnet werden. Wer Israel flucht wird verflucht werden. Viele Städte und Familien leiden darunter, weil sie im Fluch Leben, weil sie nie Buße für Antisemitismus getan haben.

Alkoholprobleme, zerstörte Beziehungen, Armut, psychische Krankheiten - das alles sind Folgen von Antisemitismus. Hass den Juden gegenüber bringt immer Zerstörung. Zerstörung in den Familien, Zerstörung in den Städten, und oft leider auch in Kirchen und Gemeinden. Wenn wir wirklich den Segen in unsere Familien, Städte und Länder bringen wollen, dann müssen wir die Wurzel des Antisemitismus finden und sie auf geistlicher Ebene vernichten. Dafür gibt es praktische Schritte, die wir tun können. Ich werde mit euch meine Geschichte und die Geschichte meiner Gemeinde hier teilen.

GOTT SAGTE ZU UNS: "DAS SCHWEIGEN EURER VÄTER IST IN EUCH".

Ich komme aus Deutschland. Unsere Väter und Großväter waren für den Tod von 6 Millionen Juden verantwortlich, genau wie für den Tod von Millionen von Ukrainern, Weißrussen, Russen. Das ist unsere Geschichte. Ich komme aus einer kleinen Stadt im Süden Deutschlands, die bekannt ist für ihre Universität - die Stadt heißt Tübingen. An dieser Universität wurden 300 der wichtigsten Exekutoren des Nazi Regimes ausgebildet. Und als wir das erste Mal in diese Stadt kamen, sahen wir dass über dieser Stadt dicke Wolken der Finsternis hingen.

Wir beteten in unserer Gemeinde und fasteten jahrelang, aber unsere Stadt veränderte sich nicht. Dann kam die Zeit, da sprach Gott während wir fasteten zu uns im Gebet: Das Schweigen eurer Väter ist in euch." Und wir fragten: "Was für ein Schweigen, was für eine Schuld ist in uns, Herr?" Und Gott antwortete:" Schaut, es gab so viele Massenmörder in Deutschland, aber es gibt viel mehr Menschen die darüber geschwiegen haben. Kirchen schwiegen, Gemeinden schwiegen. Sie schauten zu wie Juden von ihren Rechten beraubt und deportiert wurden. Sie beobachteten wie das jüdische Leben vernichtet wurde. Sie haben ihre Stimme gegen Antisemitismus und Hass gegen Juden nicht erhoben. Und dieses Schweigen ist in euch." Und wir begannen Buße dafür zu tun. Und das veränderte unser Leben und unseren Dienst.

Diese Decke der Finsternis kann nur eingerissen und zerstört werden wenn wir unsere Gleichgültigkeit zu den Juden loslassen und diese hinter uns lassen. Und wenn wir sehr klar Gottes Auserwähltheit Israels anerkennen. So haben wir das Erbe gefunden das Gott uns durch das jüdische Volk gegeben hat. Und wir fingen an unsere Familiengeschichte und unsere Schuld zu "verarbeiten". Denn in vielen Familien hat man nicht darüber gesprochen was während des Krieges geschah. Unsere Väter und Großväter sprachen nicht darüber was sie dem jüdischen Volk angetan haben. Und wir brachten es unseren Familien und unseren Kirchen bei darüber zu sprechen. Einige von unseren Vätern und Großvätern nahmen an den Verfolgungen Teil, andere waren Mitarbeiter in den Konzentrationslagern, weitere andere waren hier in Babii Yar in Kiew.

Ein Großteil der Familien in unserer Gemeinde waren Antisemiten. Sie erzählten Witze über Juden und sie hatten eine negative Haltung in ihren Herzen gegenüber dem Volke Gottes. Aber auch wir selbst merkten dass die Wurzel des Antisemitismus in uns war. Diese Wurzel ist Gleichgültigkeit, Schweigen, negative Haltung dem jüdischen Volk gegenüber, sich lustig machen über Juden, allgemeine Kritik an Israel. Wir fanden auch heraus, dass die Wurzeln des Antisemitismus sehr tief versteckt sind. Sie existieren in christlichen Kirchen und Gemeinden aller Konfessionen.

Wir in unserer Stadt taten Buße, nannten die Dinge beim Namen, sagten die Wahrheit in aller Öffentlichkeit. Und wir sahen, dass Tübingen sich zum besseren zu verändern anfing. Wir bekamen einen neuen Stadtbürgermeister der jüdische Wurzeln hat. Und nach all diesen Dingen entstand der Marsch des Lebens. Dieser Marsch fand bereits in 350 Städten statt, in 20 Ländern. Wir schafften es 10 000 Menschen daran teilnehmen zu lassen und wir erreichten mehr als eine Million Menschen. Der Marsch des Lebens bedeutet dass man sich ehrlich damit auseinandersetzt, sich an die Dinge erinnert, sich versöhnt und offen dem Antisemitismus entgegen tritt.

Etwas Vorgeschichte. Rund um Tübingen herum waren Konzentrationslager, aber man sprach nie offen darüber. Am Ende des Krieges hat man die Konzentrationslager geschlossen und Hunderte von Menschen irrten auf den Straßen umher. 250 000 Menschen starben unter furchtbaren Bedingungen. Das nannte man damals Marsch des Todes.

Und Gott sprach zu uns:" Dieses Blut schreit bis zum Himmel hoch. Das wofür ihr noch nicht Buße getan habt. Könnt ihr den Weg des Marsches des Todes gehen?" Gott sagte dass Er Tod zum Leben verwandeln möchte. Und 2007 sind wir dann die Route des Marsches des Todes gegangen, wir waren 300 Menschen. Die Überlebenden des Holocaust fragten uns ob sie mit gehen könnten. So sind wir gemeinsam den Weg gegangen: die Überlebenden des Holocaust und deren Kinder und Enkelkinder. Und sie umarmten uns. Als wir dies taten, hatten wir das Gefühl, dass es Gott gefällt.

Ich sah dass wir gemeinsam unsere Stimme erheben können gegen den Antisemitismus. Das Wort Gottes sagt: " Steh auf und scheine!" Wir hatten das Gefühl, dass es nicht genug ist einfach nur über Israel zu beten und Israel zu segnen, sondern es ist die Zeit gekommen, wenn es auf der Straße zu sehen und zu hören sein muss, dass wir zusammen hinter Israel stehen und für die Juden sind. Der Marsch des Lebens hat sich in viele andere Länder verbreitet. Es gab solche Märsche in Polen, Ukraine, Südamerika... Darüber schrieb die Presse. Im israelischen Knesset haben wir eine Auszeichnung für den Marsch bekommen. Und plötzlich haben wir verstanden dass das was wir tun, die Erfüllung des Wortes Gottes in unserer Zeit ist. In Jesaja 62 steht:" Bereitet den Weg für das Volk, nimmt die Steine weg und errichtet die Fahne für die Völker."

Das Phänomen der göttlichen Kraft in der Gemeinde.

Es gibt ein Phänomen des Wachstums der Gemeinden in der ganzen Welt: es wachsen nur die Gemeinden die den Hass gegen Juden, den Antisemitismus aus ihrer Mitte weggeräumt haben und die Israel segnen. Die als erstes für ihren persönlichen Antisemitismus Buße getan haben. Und Buße tun bedeutet dass man seine alten Gewohnheiten ablegt.

Es gibt auch noch ein zweites Phänomen: die Kirchen und Gemeinden die Israel segnen, verheimlichen es nicht, sondern tun es öffentlich.

Das Wort Gottes unterteilt Menschen in zwei Gruppen: die Juden und die Griechen. Das steht im 1. Korinther Brief 1:22. Und wir sehen in verschiedenen Gemeinden zwei unterschiedlichen Bewegungen: die eine ist für die Juden, die andere für all die anderen Völker. Und das ist das was uns definiert. Im 1. Korinther Brief 1:22 steht, dass die Juden Zeichen und Wunder sehen wollen, und die Griechen wollen Weisheit erfahren. Das griechische Denken ist das Denken unserer Zeit, das von Egoismus definiert wird. Alles dreht sich um das eigene Ego. Das Ego trennt sich aber von all dem was Gottes Wort sagt. Ich weiß nicht wie es bei euch in der Ukraine aussieht, aber in anderen Nationen, Kirchen und Gemeinden sehe ich den Verlust der Autorität und den Verlust der Macht im Gebet. Das Gebet das die Decke des Schweigens zerstören und das ganze Volk und das ganze Land verändern kann, möchte Gott in unserer Zeit wiederherstellen. Und wie soll es geschehen?

Die erste Gemeinde hatte eine große Macht und Autorität: eine kleine Gemeinde von 120 Leuten wuchs bis zu 3000 Menschen an nur einem Tag! Die Kirchenhistoriker glauben sogar dass diese kleine Gemeinde in Wirklichkeit bis auf zu 20 000 Menschen anwuchs. In sehr kurzer Zeit verbreitete sich diese Gemeinde im gesamten Mittelmeerraum, obwohl ihr ein großer Druck widerfuhr.

Ich möchte gerne wissen warum die erste Gemeinde so einen großen Einfluss hatte? Warum hatten sie so eine Autorität im Gebet? Eine dermaßen große Autorität dass, als der Apostel Paulus im Gefängnis war, nach ihrem Gebet ein Erdbeben geschah und die Tür im Gefängnis aufging. Ich glaube dass der Grund dafür war, dass sie eine jüdische Gemeinde war. Die erste christliche Kirche war jüdisch, die Jünger folgten dem jüdischen Messias. Sie nahmen die Autorität der jüdischen Aposteln an. Ihr Lebensstil, ihre Weltanschauung wurde vom Judentum bestimmt. Die ersten vier Jahrhunderte feierten sie jüdische Feste. Ich nenne diese Autorität, diese Macht, die sie hatten, der Geist der Söhne von Zion. Denn sie waren vom Heiligen Geist erfüllt. Und hier geht es um mehr als nur jüdische Kultur.

Könnte es sein, dass der Antisemitismus euch mehr beeinflusst als es euch bewusst ist?

Es gibt eine Vermutung dass das Alter des christlichen Antisemitismus 2000 Jahre ist. In jedem Land - Deutschland, Frankreich, Polen und der Ukraine gibt es eine eigene "Geschichte" mit dem jüdischen Volk. In der ganzen Kirchengeschichte sehen, wir wie die Vorfahren sich von den jüdischen Wurzeln lossprachen. Sie verbreiteten den Hass gegen Juden und Lügen und Betrug über das jüdische Volk. Und all die Verheißungen die Gott Israel gegeben hat haben sie für sich selbst angenommen. Die Väter der Kirche gaben bekannt dass Juden angeblich Mörder und Vergewaltiger seien, all die schrecklichen Wörter die wir heutzutage nicht hören wollen. Aber im Laufe der Verbreitung des Evangeliums unter den Völkern, tranken wir dieses Gift und wir tragen es bis heute in uns.

Und das ist wirklich so, wenn wir verstehen dass Gott Sein Volk auserwählt hat. Er hat einen Bund mit Abraham geschlossen und Er hat sich auf eine einzigartige Art und Weise in diesem Bund mit Abraham vereint. Gott SAGTE dass das jüdische Volk sein Erstgeborener sei, den Er sehr liebt.

Der Apostel Paulus warnt die Christen dass sie sich nicht über den jüdischen Olivenbaum erheben und dass sie wissen sollen dass es seine Wurzel ist die uns trägt und nicht anders herum. Und wir sollen verstehen dass wir als Christen uns an das jüdische Volk angeschlossen haben. Jedes Mal wenn wir im Antisemitismus handeln, schlagen wir unserem Himmlischen Vater ins Gesicht!

Ich habe Theologie an der Tübinger Universität studiert, ich bin Pastor. Und dennoch trug ich die Wurzel des Antisemitismus in mir, sowie die negative Haltung den Juden gegenüber und wusste nicht woher ich das habe. Ich habe einige Merkmale des Antisemitismus für mich definiert:

  • Gleichgültigkeit den Juden gegenüber, deren Schicksal und deren Errettung
  • ein steinernes Herz
  • wenn andere Dienste in der Gemeinde wichtiger sind als der Dienst an den Juden.

Und zum Schluss möchte ich euch eine Frage stellen. Könnte es sein dass der Antisemitismus mehr Einfluss auf euch hat als ihr denkt? Kann es sein dass man in eurer Familie auf eine negative Weise über Juden gesprochen hat oder sie ausgelacht oder getötet hat? Ich komme aus einem Land wo man auf diese Weise Juden behandelt hat. Und wir wussten dass das einzige was wir tun können Buße dafür tun ist. Aus diesem ehrlichen Buße tun entstand eine Bewegung die Gott in der ganzen Welt nutzt.

Vielleicht bist du Pastor einer Gemeinde und du betest für Israel. Denkst du darüber nach, ob Menschen in deiner Gemeinde oder Kirche für Antisemitismus Buße tun müssen?

Wir glauben dass Gott ein neues Kapitel des Segens in unserer Zeit schreibt und Er mit dem jüdischen Volk verbunden ist. Es ist wichtig dass wir unsere Stimme der Buße vor dem jüdischen Volk in allen Nationen erheben. Ich lade euch ein, da wo ihr seid, in welchem Land, in welcher Stadt auch immer ihr wohnt, öffentlich für Israel und das jüdische Volk aufzustehen. Wartet nicht auf andere. Auch wenn ihr nur 20 Menschen seid, tut es. Wenn ihr 100 Menschen seid, tut es. Wenn ihr 500 Menschen seid, tut es! Steh auf und scheine! Gott schreibt eine neue Geschichte und wir müssen ein Teil davon sein.

Predigt von Jobst Bittner auf dem 8.Internationalen Gebet gegen Antisemitismus und Nazismus.

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