Pessach – ein Fest der Befreiung der Juden aus Sklaverei

Опубликовано в Wir Feiern

pesah slavery
Wahre Sklaverei ist keine eiserne Fessel oder etwa in großer Kreditschuld zu sein. Sie liegt tiefer. Die Wurzel der Sklaverei zieht in die Seele und in den Geist hinab. Deswegen sollte auch die wirkliche Befreiung tief und bewusst und auf persönlicher Ebene erreicht werden. Ein weiser Mensch sagte: Es war leichter das jüdische Volk aus der Vertreibung zu bringen als die Vertreibung aus dem jüdischen Volk.

Deshalb ist Pessach (Passah-Fest), das Fest, das den Auszug aus der Sklaverei repräsentiert. Es ist das Hauptfest aus der ganzen Reihe der jüdischen Feste. Sein Stellenwert verliert Jahr für Jahr nicht an Bedeutung. Von den vier Festen, die den Juden im Pentateuch (den 5 Büchern Mose) geboten wurden, wird es als das erste genannt, und das ist offenbar kein Zufall. Pessach ist einem der bedeutendsten Ereignissen in der Bibelgeschichte gewidmet – dem Auszug aus Ägypten und anschließender Befreiung des jüdischen Volkes von 400-jähriger Sklaverei.

Die Mehrheit der Wissenschaftler befindet, dass es im XIII Jh. v. Chr. geschah, um das Jahr 1200.

Das Wort „Pessach“ bedeutet „vorbeigehen, auslassen“. Es entstand zur Erinnerung daran, wie der Engel des Todes an den Häusern der Israeliten vorbeiging und nur die ägyptischen Erstgeborenen in den Tagen der zehnten Plage tötete, die von Gott auf Pharao und sein Königreich gesendet wurden. Durch Mose und Aaron befahl Gott den Juden das Opferlamm zu bereiten und mit seinem Blut die beiden Leibungen und den Querbalken jedes jüdischen Hauses zu bestreichen. Auf diese Weise zeigte Gott Barmherzigkeit mit allen jüdischen Erstgeborenen und befiel die ägyptischen Erstgeborenen. Nur nach dem Tod aller ägyptischen Erstgeborenen erlaubte der Pharao den Juden Ägypten zu verlassen. Darum ist Pessach mit der Glorifizierung der jüdischen Freiheit verbunden.

Pessach ist das Fest des Auszugs aus „dem Haus der Sklaverei“.

Die Sklaverei beginnt so: ein Sklave arbeitet hart für andere Menschen, die im Gegenzug, des Sklavens Ziele und Lebensweise bestimmen. Solange sich der Sklave (ob eine Person oder ein ganzes Volk), sich als den Sklaven erkennt und seiner eigenen Interessen, sowie deren schweren Unterdrückung bewusst ist, ist die Sklaverei noch nicht endgültig. Die Situation verschlimmert sich wenn der Sklave seine eigene Lage und Identität vergisst. Dann geht die Sklaverei über nur äußere Umstände hinaus und dringt direkt in die Seele der Menschen ein. Es kommt dann zu einer langsamen Gewöhnung an diese Form der Gefangenschaft, bishin manchmal sogar zu einem Verlangen danach.

Propheten und Weise die über die Sklaverei von Israel in Ägypten sprechen, betonen, das die Juden begannen das anfänglich schmerzvolle Gefühl der Sklaverei zu verlieren. Und viele anstelle anfingen, die Ideen der Ägypter zu schätzen; zu so einem Ausmaß ,das sie anfingen, die ihnen aufgebürdete harte Arbeit mit echter Begeisterung auszuführen. Das bedeutete das Israel ernsthaft in dieser Nation der Versklaver feststeckte.

Die Befreiung des jüdischen Volkes aus der ägyptischen Sklaverei trat dann ein, als die Juden selber keinen Wunsch mehr hatten befreit zu werden. Die Plagen der Ägypter wurden immer schwerer. Nicht nur damit sie einverstanden wurden die Juden ziehen zu lassen, sondern auch um diejenigen Juden anzuspornen, die unschlüssig waren und berechneten, was vorteilhafter ist: weggehen oder bleiben. Sodass sie die richtige Entscheidung treffen.

Wie schon gesagt, war es nötig, um den Pharao zu bewegen die Juden ziehen zu lassen, zehn Plagen über ganz Ägypten zu senden vorhergesagt von Moses. Neun von ihnen fielen auf die Ägypter geradewegs vom Himmel. Alle Juden blieben dabei ausgenommen. Das heißt Gott handelte für das Volk Israel, ohne es direkt einzubeziehen.

Die Lage veränderte sich, als die Zeit der zehnten Plage kam. Die Plage selber blieb nach wie vor in den Händen des Allmächtigen. Aber die Juden mussten das Passah-Lamm als Opfer bringen und mit dessen Blut die beiden Pfosten der Außentüre bestreichen. Der in der Thora erläuterte Anlass für diese Handlung ist folgend: wenn der Engel des Todes durch Städte und Dörfer geht, um die ägyptischen Erstgeborenen zu töten, sollte auf den jüdischen Häusern ein Zeichen sein, das dem Todesengel verbat einzutreten. Das Blut des Passah-Lammes war das Zeichen.

Der Grund für Gottes einbinden des jüdischen Volkes in der zehnten Plage scheint offensichtlich zu sein, aber es ist es nicht. Denken Sie mal nach! Warum trafen die früheren Plagen die Häuser des jüdischen Volkes auch ohne ein Zeichen nicht und warum war plötzlich eins gebraucht? Gott oder Sein Engel konnten sicherlich reinschauen ohne ein Zeichen. Also wer brauchte das Zeichen? Es stellte sich heraus das die Juden selber diese Zeichen brauchten.

In der Tat haben wir uns immer noch mit Sklaverei in unserer Seele zu befassen. Die Sklavenmentalität zeigte sich im Alltagsleben als das jüdische Volk sich bemühte, sich nicht von den Ägyptern zu unterscheiden. Das jüdische Volk versuchte wie die Ägypter zu sein. Heute denken wir:“Warum sollten wir Antisemiten reizen und Probleme verursachen? Wir werden, wie es sich gehört, zum einzigen Gott zu Hause bei geschlossenem Fenster beten, und draußen werden uns die Leute nicht von den Heiden unterscheiden.“

Ebendeshalb muss jeder Jude vor dem Auszug aus der körperlichen Sklaverei aus der geistlichen Sklaverei heraustreten. Die beiden Pfosten und den Querbalken von außen mit Blut zu bestreichen ist ein Mittel der öffentlichen Erklärung: „Ja, ich bin anders, ich glaube an den Einzigen Gott und ich habe keine Angst davor, meinen Glauben zu bekennen!“

Als Moses und Aaron vom Pharao forderten das Volk Israels gehen zu lassen, bekräftigten sie dabei die Notwendigkeit, Gott eine Opfergabe in der Wüste darzubringen. Moses argumentierte mit dem Pharao darüber. Auf den ersten Blick scheint die Bitte von Moses und Aaron nur eine Ausflucht, ein Trick, zu sein. In Wirklichkeit spricht hier alles über das Wesen des Auszugs aus der Sklaverei.

Sklaven haben keine wahren Götter. Die heilige Pflicht des Sklaven ist, seine Arbeit zu erledigen. Aber wenn der Sklave den Herrn der Herrn entdeckt, dem alles unterworfen ist, hört er auf in der Seele ein Sklave zu sein. Der Pharao irrte sich nicht, als er verstand, dass das jüdische Volk selber ein Verlangen haben muss aus Ägypten zu gehen, um wahre Befreiung und Entlassung aus physischer und geistliche Sklaverei zu bekommen. Er versuchte eine nationale Wiederherstellung durch eine Reihe von Maßnahmen zu verhindern, die den Geist des Volkes durch Schinderei und knochenschwere Arbeit brechen sollte. Diese Arbeit führte zu solch einem Zustand, das das Volk sich nichts  mehr von dem wünschen konnte was über die einfachsten Lebensbedürfnissen hinausging.

Der Versuch, Befreiung durch physischen Auszug zu erreichen kann nicht zur wahren Befreiung führen. Derjenige, der auf seine Individualität verzichtet, bleibt ein Sklave, auch wenn man keinen Herrn hat der auf seinem Nacken sitzt. Die wahre Freiheit ist unmöglich, ohne seine eigenen Ziele  und seine eigene Definition von Werten zu finden.

Ein weiser Mensch sagte: Es war leichter die Juden aus der Vertreibung herauszuführen als die Vertreibung aus den Juden. Der Auszug aus der Sklaverei kann die Grundlage für große Taten legen. Aber in und aus sich selbst heraus hat es noch nicht einmal den Hauch einer Befreiung. Deswegen ist es so wichtig das Ziel des Auszugs aus Ägypten hervorzuheben – das ist, in der Wüste das Opfer zu Gott zu opfern. Wenn das wichtigse geistliche Ziel sich offenbart und neue Lebensperspektiven auftauchen, die jede Weiterführung von einem in Sklaverei gelebten Leben ablehnen, kommt wahre Befreiung.

In 2. Mose wird gesagt: Moses sagte zum Volk: „Behaltet diesen Tag in Erinnerung, denn heute werdet ihr aus der Sklaverei in Ägypten befreit! Der Herr führt euch mit starker Hand hinaus.“ Warum ist dieses historische Ereignis für uns heute so wichtig? Warum erinnern wir uns Jahr für Jahr an die Befreiung und geben diese Geschichte an unsere Kinder und Enkelkinder weiter? Unser Ziel ist es, dass jeder Mensch in jeder Generation sich selbst als persönlich aus Ägypten ausgezogen sehen kann. Die Pflicht eines jeden von uns ist, sich während Pessach selber zu fragen, ob wir in dieser Freiheit leben werden oder nicht und einen Auszug von Sklaverei in die Befreiung in unserem eigenen Leben machen. Und uns die Frage stellen, ob wir wirklich frei sind oder nicht.

Das Gefühl nicht wirklich frei zu sein ist wahrscheinlich den meisten von uns bekannt, wenn wir Schwierigkeiten gegenüberstehen und uns zurückgehalten oder enttäuscht fühlen. Wir benennen  es nicht oft mit dem Wort “Sklaverei“, weil wir wahrscheinlich von Zeit zu Zeit daran gewöhnt  sind  und nehmen es als selbstverständlich wahr. Aber die meisten von uns realisieren, dass die Welt um uns herum uns beherrschen kann. Sklaverei geschieht, wenn wir uns unter der Kontrolle eines Diktator fühlen und die Person es nicht selber schaffen kann einen Weg heraus zu finden. Er fühlt, er ist unter “der Herrschaft“ der gegenwärtigen Situation und versklavt von der umgebenden Welt. Das passiert oft wenn Pläne und Träume entschwinden und alle Bemühungen vergeblich sind. Es fühlt sich an als wenn unser Leben zerbrochen ist.

Die Welt ist voller Leiden, Demütigung und Ungerechtigkeit. Die Befreiung ist kein augenblickliches Geschehen. Es ist ein Prozess der vor mehr als dreitausend Jahren begonnen hat, und bis heute andauert. Zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens müssen wir „aus Ägypten“ ausgehen. Ägypten ist ein Symbol unserer unbesiegten (aber durchaus überwindbaren)  Begrenztheit. Solange wir die Sklaven von Vorurteilen und Verhaltensstereotypen bleiben, sind wir Sklave Ägyptens. Solange die Situation, in der wir uns befinden, uns kontrolliert, anstatt dass wir sie unter Kontrolle bringen, so lange werden wir von ihr versklavt. Wenn wir aufhören in unserem Potential  und uns sagen, dass wir höher, tiefer und besser nicht sein können, dass wir nicht in der Lage sind mehr zu tun, so lange sind wir die Sklaven Ägyptens.

Als die Juden zu Gott aufriefen, nach Ihm zu suchen begannen und Ihm dienen wollten, befreite Gott sie nicht nur vom Joch, sondern gab ihnen auch ein Gesetz, das sie zu allen Zeiten bewahren sollten. Darin bekam das Volk das Fundament des Glaubens und eine leuchtende Hoffnung für die Zukunft.

Der Auszug wurde ein zentraler Punkt aller jüdischen Geschichte und sogar der Weltgeschichte. Dies bildete ein nationales Bewußtsein im jüdischen Volk und legte das Fundament für Israel als  eine freie Nation. Die Lektionen, die aus der Erfahrung der ägyptischer Sklaverei und deren wundersamen Befreiung gelernt wurden, wurden zur Grundlage auf die die wichtigsten Prinzipien der jüdischen, religiösen und ethischen Lehre basieren. Gott verlangt es danach, das der Auszug eine besondere Stelle  im Herzen Seines Volks einnimmt. Das bestätigt und bezeugt das erste aus den Zehn Geboten: „Ich bin der Herr dein Gott, der dich aus Ägypten gebracht hat, aus dem Land der Sklaverei.“

Pessach ist ein sehr vielfältiges Fest. Es ist der Feiertag des Gedenkens der Befreiung aus ägyptischer Sklaverei. Es ist auch ein Feiertag an dem die nationale Einheit des jüdisches Volkes gefeiert wird, das in einem richtigem Kessel aus Leid und Befreiung geboren wurde. Es ist ein Feiertag das die Größe der jüdischen Familie würdigt und das Wunder der Einheit. Es ist ein Frühlingsfest. In der Tat, das Aufblühen der Natur bedeutet Erneuerung und Erwachen unter Menschen die das Leben genießen. Aber zuallererst ist es der Feiertag an dem die Freiheit jedes einzelnen Juden und die des jüdischen Volkes als Gesamtheit gefeiert wird.

Для комментирования зарегистрируйтесь через соцсети:

Добавить комментарий


Защитный код
Обновить



© kemokiev.org –  сайт Киевской еврейской мессианской общины 2000-2017
При использовании материалов сайта гиперссылка на kemokiev.org обязательна
Мнение редакции может не совпадать с мнением авторов